Hilfsnavigation
Volltextsuche
Kreishaus aus der Luft
© Landkreis Leer 
Seiteninhalt

Weihnachtsgrüße & Jahresrückblick

Möchten Sie diesen Inhalt von YouTube laden?

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zu den Traditionen an den Feiertagen und zum Jahreswechsel gehören für Landrat Matthias Groote und die Kreisverwaltung Weihnachtsgrüße als Videobotschaft an die Bürgerinnen und Bürger sowie ein Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate.

Teil 1: »Wi stahn darvör, wi mutten dardör«

Landrat Matthias Groote vergleicht Corona mit einem besonderen Marathon / Kreishaus und Rathäuser jetzt digitaler

Schönreden lässt sich Corona nicht. Aber der Pandemie mit Umsicht, Mut und Zuversicht zu trotzen, könnte ein Weg sein. In seinem Jahresrückblick ruft Landrat Matthias Groote eine alte ostfriesische Weisheit in Erinnerung, die sich in schweren Zeiten bewährt hat: „Wi stahn darvör, wi mutten dardör.“ 

Die neue Virus-Variante Omikron werde allen Menschen noch einmal große Mühen und Anstrengungen aufladen. Landrat Groote vergleicht die Lage mit einem Marathonlauf bisher unbekannter Art: „Am Ziel wird den Läuferinnen und Läufern gesagt, ihr habt erst die Halbzeit erreicht und müsst wieder umkehren.“

„Corona hat uns noch immer und noch länger im Griff“, sagt der Landrat. „Ich danke deshalb besonders allen Frauen und Männern, die direkt in der Pandemie-Bekämpfung arbeiten, und das schon seit annähernd zwei Jahren.“

Landrat Matthias Groote
© privat 

„Wir verlieren die Zukunft nicht aus den Augen.“

Trotz der Pandemie und ihren Einschränkungen: „Wir verlieren die Zukunft nicht aus den Augen.“ Dafür einige markante Beispiele. In die drei Krankenhäuser der Klinikum gGmbH des Landkreises Leer in Leer, Weener und auf Borkum investierte das Klinikum rund 50 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr.

Im Jahresrückblick nennt der Landrat auch die Fortschritte in der Digitalisierung. So bildet der Landkreis Leer die Zentrale des Digital-Hub Ostfriesland, in der digitale Forschung, digitales Wissen und digitale Zusammenarbeit vernetzt und gefördert werden. Bemerkenswert auch der zigmillionenschwere Ausbau des schnellen Internets mit Glasfaser.

Die Kreisverwaltung und Rathäuser im Landkreis werden digitaler. Seit August bieten sie ihren Bürgerinnen und Bürgern mehrere Dienstleistungen über das Portal „OpenRathaus“ auch online an. Sie können beispielsweise ihren Hund von zu Hause aus anmelden, eine Auskunft aus dem Melderegister oder eine Geburtsurkunde anfordern. Schritt für Schritt setzen die Kommunen weitere Teile des Online-Zugangsgesetzes um, das sie verpflichtet, Verwaltungsdienstleistungen auch elektronisch anzubieten. „Damit werden Kreishaus und Rathäuser bürgerfreundlicher“, sagt Matthias Groote. Denn das Angebot kann so manchen Behördengang ersparen.

OpenRathaus

Zum „OpenRathaus“-Verbund gehören die Städte Leer, Weener und Borkum, die Gemeinden Moormerland, Westoverledingen und Rhauderfehn, die Samtgemeinde Jümme sowie der Landkreis Leer.

Eine Auswahl der Dienstleistungen: Geburtsurkunden, Eheurkunden, Lebenspartnerschaftsurkunden und Sterbeurkunden; Meldebescheinigungen und Melderegisterauskünfte; Gewerbeanmeldungen, - ummeldungen und - abmeldungen; An-, Ab- und Ummeldungen von Hunden.

Der Landkreis bietet digital bereits seit Ende 2019 so genannte ikfz-Dienstleistungen an: Ab-, Um- und Anmeldung von Autos und Motorrädern.

Die Angebote werden unabhängig von der Zuständigkeit präsentiert: So können Einwohnerinnen und Einwohner beim Landkreis Leer auch Leistungen der teilnehmenden Städte und Gemeinden finden, umgekehrt bei den Kommunen auch Leistungen der Kreisverwaltung. Das Portal wird stetig weiterentwickelt und ergänzt.

Landrat Groote kündigt noch einen weiteren digitalen Meilenstein an: „Ein großes Projekt ist der digitale Bauantrag. Wir arbeiten daran.“

Teil 2: Schnee hielt Räumdienst in Atem

Von der Arbeit des Kreis-Straßen- und Tiefbauamtes

Der Klimawandel lässt die Durchschnittstemperaturen steigen. Aber Schnee fällt deshalb nicht zwangsläufig weniger vom Himmel. So machte ein Wintereinbruch am ersten Februarwochenende 2021 dem Räumdienst des Straßen- und Tiefbauamtes des Landkreises Leer zu schaffen.

„An drei Tagen hintereinander waren unsere Männer rund um die Uhr unterwegs, um die Straßen vom Schnee zu befreien“, erinnert sich Uwe Welzel. Schnee und Eis ließen auch den Salz- und Soleverbrauch im vorigen Winter steigen, wie der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes im Jahresrückblick berichtet. Mit 1.431 Tonnen Salz und 436 Tonnen Sole lag der Verbrauch dreimal so hoch wie im Winter zuvor.

Der Winterräumdienst ist nur ein Teil der Arbeit des Straßen- und Tiefbauamtes. Es ist zuständig für alle Kreisstraßen und die dazu gehörenden Radwege. Das heißt: Verwaltung, Unterhalt und Instandhaltung. Es pflegt außerdem die Grünanlagen und Gärten von 40 Liegenschaften des Landkreises. Schließlich gehört die bautechnische Kontroll- und Bauüberwachung auf den Abfalldeponien Breinermoor und Borkum dazu.

Salzsilos
© K. Ortgies 

Sichtbare Zeugen der Arbeit sind Straßen- und Tiefbauarbeiten. Einige Beispiele: Fahrbahn- und Böschungsarbeiten an einer Wieke in Westrhauderfehn, 3. Bauabschnitt. Kosten: 650.000 Euro; Kreisstraße 8 in Warsingsfehn instandgesetzt, Kosten 185.000 Euro; insgesamt wurden auf 13 Kilometer Kreisstraßen die Fahrbahnoberflächen in Schuss gebracht, Kosten 160.000 Euro; in Weener kostete die neue Fahrbahn der Kreisstraße 29 auf anderthalb Kilometer Länge 215.000 Euro.

Im Industriegebiet Leer-Nord sicherte das Straßen- und Tiefbauamt eine Hochwasserschutzanlage mit 1.420 Tonnen Schüttsteinen für 150.000 Euro; der Radweg entlang der Kreisstraße 73 in Idafehn-Nord verschlang 85.000 Euro; ein weiterer Radweg in der Gemeinde Ostrhauderfehn entlang der Kreisstraße 47 schlägt mit 320.000 Euro zu Buche; ein Radweg entlang der Kreisstraße 24 in Westoverledingen kostet 70.000 Euro.


Teil 3: Corona hemmt Pflegeberatung

Landkreis kündigt ein Inklusionskonzept an

Das Amt für Teilhabe und Soziales des Landkreises ist publikumsorientiert. Persönliche Beratung und Betreuung ist ein Lebenselement dieses Amtes. Deshalb bedauert es Leiterin Mariechen Weber im Jahresrückblick sehr, dass „wir wegen der Pandemie nur sehr begrenzt Kontakte zu Kunden pflegen und aufnehmen konnten“.

Das habe sich besonders negativ in der Eingliederungshilfe und im Senioren- und Pflegestützpunkt (SPN) ausgewirkt. Alle seien froh gewesen, als sich die Lage im Frühsommer wieder etwas normalisiert habe. So seien die Sprechzeiten des SPN in den Städten und Gemeinden sowie auch Hausbesuche wieder möglich gewesen. Weber: „Gerade die Sprechzeiten am Ort sind gefragt und dauern oft länger als geplant.“ Leider behindere die Pandemie die Arbeit aktuell erneut.

Positiv: Im Juli startete das digitale Pflegeportal Weser-Ems, das die Suche nach freien Pflegeplätzen stark erleichtert. Stattfinden konnte im Sommer in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die Qualifizierung ehrenamtlicher Seniorenbegleiter. Zum Thema „Rund um die Pflege“ bot die Volkshochschule 14 Vorträge an. Weber: „Mehrere geplante Veranstaltungen zur Pflege fielen der wieder grassierenden Pandemie zum Opfer.“

Der seit Juli amtierende Inklusionsbeauftrage René Herbers arbeitet an einem Inklusionskonzept für den Landkreis Leer.


Teil 4: Trend geht zu booking & Co

Tourismus im Landkreis Leer trotzt Corona / Vorjahrsbuchungen getoppt

Corona stellt auch den Tourismus im Landkreis Leer und in umliegenden Gebieten auf eine harte Probe. Aber der Trend zum Urlaub in Deutschland wiegt viele Nachteile auf. Die zentrale Zimmervermittlung der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland in Leer weist 2021 bessere Buchungszahlen aus wie im Jahr zuvor: Nach rund 4.500 Buchungen anno 2020 waren es im abgelaufenen Jahr mehr als 5.000 - trotz Lockdown bis Mai.

Geschäftsführer Kurt Radtke zieht deshalb ein positives Fazit in seinem Jahresbericht: „Wir können mehr als zufrieden sein.“ Bewährt hat sich nach seiner Aussage der Anschluss der eigenen Zentralen Zimmervermittlung an große Vermarktungsportale. Die Touristik GmbH betreibt zwar schon seit den 90er Jahren eine eigene zentrale Zimmervermittlung und wurde dafür sogar ausgezeichnet. Doch die fortschreitende Digitalisierung führt dazu, dass Urlauber vermehrt über große Vertriebskanäle buchen.

„Sie haben sich massiv im Markt ausgebreitet, wir kommen an ihnen nicht mehr vorbei“, stellt Radtke fest. Die logische Folge: Die Touristik GmbH Südliches Ostfriesland schloss sich 2019 dem weitgespannten Netz an - und stellt eine deutliche Zunahme der Buchungen auf diesem Weg fest. Renner unter den Portalen sind „booking.com“ und „homeAway“.

Ohne solche Portale würde das Feriengebiet Südliches Ostfriesland Gäste verlieren, ist Radtke sicher. „Deshalb ist es notwendig, unsere Ferienunterkünfte in die Schaufenster der Portale zu stellen, um viele Buchungen für unser Feriengebiet zu generieren“, sagt er.

Das Südliche Ostfriesland werde im Internet- und Angebots-Dschungel nur gemeinsam Erfolg haben. „Wir bündeln die Vielfalt unserer Region, das macht uns stark, wenn wir uns überregional präsentieren“, ist der Touristik-Fachmann überzeugt.

 Die Pünte - ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Einheimische
© Lars Klemmer 


Teil 5: Ehrenamtliche verlässlich an Bord

Freiwilligen-Projekte laufen / Weite Anerkennung und Nachahmer

Die Corona-Pandemie legt die gesellschaftlichen Stärken und Schwächen gnadenlos offen. Zu den Stärken zählt ohne Zweifel die ehrenamtliche Arbeit vieler Menschen. Sie ist der Kitt der Gesellschaft. Der Landkreis Leer unterstützt das freiwillige und unentgeltliche Engagement dieser Frauen und Männer - mit der Stabsstelle Ehrenamt und Freiwilligenagentur, die direkt beim Landrat angesiedelt ist.

Stabsstellenleiterin Monika Fricke berichtet im Jahresrückblick des Landkreises über vielfältige Aktionen, die den Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeiten deutlich machen. „Gerade in den unsicheren Zeiten von Corona sind die Ehrenamtlichen verlässlich an Bord und eine stabile Stütze“, sagt Landrat Matthias Groote.

Die Stabsstelle richtete 133 Veranstaltungen aus. Davon gehören 110 zum Projekt „Digital vor Ort“. Fast 600 Ehrenamtler aus 203 Vereinen nahmen daran teil. In der täglichen Vereinsarbeit ist digitales Wissen heutzutage unabdingbar. „Deshalb bieten wir diese Weiterbildungen auch 2022 an“, sagt Landrat Groote.

Sehr rührig ist auch das Leeraner Vereinsforum mit 21 digitalen Veranstaltungen im abgelaufenen Jahr. Elf namhafte Referenten aus Anwaltskanzleien und Finanzverwaltung, freie Trainer, Haftungsexperten sowie Presse- und Kommunikationsfachleute gaben 300 Teilnehmern wertvolle Tipps. Die Freiwilligenagentur unterstützt das Vereinsforum über ihre Homepage, eine App und mit Pressearbeit.

Als Erfolg erweist sich das vom Landrat ins Leben gerufene „Bündnis für Respekt“, das für Toleranz und Achtung in der Gesellschaft steht. In 92 Videos riefen Frauen und Männer aus allen öffentlichen Bereichen zu solidarischem und respektvollem Miteinander auf, jeweils aus ihrer persönlichen Sicht. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen zeichnete die Stabsstelle bereits zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren mit dem Innovationspreis aus.

Der Landkreis Leer dient auch als Vorbild für andere Kommunen. So setzen die Landkreise Wesermarsch und Hameln-Pyrmont das Projekt „Digital vor Ort“ um, die Landkreise Aurich, Oldenburg, Stade und die Stadt Emden übernahmen „Löppt! Mitnanner!“, mit dem junge Ehrenamtler gefördert werden. Landrat Groote: „Wir freuen uns, dass wir mit der Arbeit unserer Stabsstelle in ganz Deutschland Anerkennung und sogar Nachahmer finden.“

Das Bild zeigt die Geehrten bei der Feierstunde in Osnabrück: Waltraud Poelmann (von links), Ingo Rieken, Wilfried Witt und Diana Zach. Es fehlen Annika Behrends und Jasmin Boelsen.

LöpptPreis2021
 
© Landkreis Leer Pressestelle  

Teil 6: Trotz Corona: Kliniknormalbetrieb ohne Pause

Landrat Matthias Groote würdigt Dauerleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Das Klinikum des Landkreises mit seinen drei Krankenhäusern in Leer, Weener und auf Borkum steht wie alle medizinischen Einrichtungen seit fast zwei Jahren voll unter Corona-Stress. Trotzdem läuft der normale Krankenhaus-Betrieb auf vollen Touren. Das bedeutet eine Daueranstrengung rund um die Uhr.

In seinem Jahresrückblick würdigt Landrat Matthias Groote, der als Aufsichtsrat der Klinikum gGmbH vorsteht, ausdrücklich die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums und bezieht gleichzeitig die Beschäftigten des Rettungsdienstes des Roten Kreuzes und des Borromäus-Hospitals in Leer mit ein. Groote: „Corona allein bringt schon Arbeit und Stress in Hülle und Fülle. Dabei den alltäglichen Betrieb in gewohnter Qualität zu bewältigen, ist bewundernswert. Ich danke dafür von Herzen.“

Einige bemerkenswerte Einzelheiten aus dem Jahresgeschehen im Klinikum in Leer: Ein neuer computergesteuerter Tomograph mit Dual-Energie-Technik bringt die Bildgebung auf noch höheres Niveau; eine neue Notaufnahme und Zentrale Patientenaufnahme mit Isolier-Station ging in Betrieb; das Zentrum für Schmerztherapie bietet jetzt „multimodale Schmerztherapie“ für Patienten mit chronischen Schmerzen an. Zudem erweitert das Klinikum sein Leistungsspektrum und baut den Schwerpunkt Pneumologie aus. Die Klinik für Pneumologie bietet Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten für Lungen- und Atemwegskranke an.


Das Klinikum erhielt auch 2021 wieder mehrere Auszeichnungen für gute Qualität. So zählt es zu den besten Ausbildungsbetrieben und zu den besten Arbeitgebern; die Zeitschrift „Focus“ zeichnet die Neurologin und Chefärztin Prof. Dr. Sylvia Kotterba erneut als „Top-Medizinerin“ aus; das Bildungsinstitut Gesundheit (BIG) am Klinikum meistert das „Rezertifizierungsaudit“ (turnusgemäße Wiederholung einer Qualitätsprüfung) und untermauert damit sein Ausbildungsniveau; das BIG wird als Schule für Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenten staatlich anerkannt; das Klinikum in Leer, das Krankenhaus Rheiderland und das Inselkrankenhaus Borkum erhalten ein Qualitätssiegel von EurSafety Health-net für sehr gute Krankenhaushygiene. EurSafety Health-net ist ein Netzwerk von Universitäten, Gesundheitseinrichtungen und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in der deutsch-niederländischen Grenzregion.

Das Klinikum, hervorgegangen aus dem Kreiskrankenhaus, besteht 150 Jahre. Es wird seit Jahren erneuert und erweitert. Jetzt steht ein Neubau mit zusätzlichen Operationssälen und zwei weiteren Stationen auf dem Plan. Vorgesehen sind auch Räume für tagesklinische Rehabilitation und eine Tiefgarage für 200 Autos. Kosten: 50 Millionen Euro.

Neues entsteht auch im Krankenhaus Rheiderland in Weener: Dort weicht der Altbau, wo 1883 alles begann, einem Neubau. Kosten: Drei Millionen Euro.

Zum Inselkrankenhaus Borkum, das die Inselbewohner und Urlauber vor allem in der Inneren Medizin betreut, ist in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum für Gesundheit gewachsen. Das angegliederte Medizinische Versorgungszentrum erbringt vertragsärztliche Leistungen in einer Hausarzt- und internistischen Facharztpraxis. Dazu kommen weitere Praxen und 50 Seniorenwohnungen, die vom benachbarten Pflegeheim betreut werden.

Teil 7: Natur und Umwelt in einem Werk

Landkreis legt Landschaftsrahmenplan vor

Natur-, Arten- und Umweltschutz spielen auch in der Arbeit des Landkreises Leer eine wachsende Rolle. Jetzt hat das Amt für Planung und Naturschutz in der Kreisverwaltung - kurz Untere Naturschutzbehörde - griffbereit ein Werk zur Hand, das ihr und anderen Fachämtern und Behörden im Alltag hilft.

Kurz vor Ablauf des Jahres wurde der so genannte Landschaftsrahmenplan (LRP) fertig. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt einen solchen Plan vor. Er listet auf und bewertet den gesamten Bestand an Tier- und Pflanzenarten, Landschaftsbild, Boden, Wasser, Klima und Luft. Dieses umfangreiche Wissen dient der täglichen Arbeit und als Grundlage eines Konzeptes für die künftige Entwicklung des Naturschutzes und der Landschaft.

Landschaftsrahmenplan

Amtsleiterin Hiltrud Péron erklärt im Jahresrückblick der Kreisverwaltung: „Die gut aufbereitete Datengrundlage wird unsere Arbeit erleichtern und transparenter machen.“

Der LRP ist eine Art Gutachten, seine Empfehlungen sind nicht rechtsverbindlich. Sie werden jedoch maßgeblich bei naturschutzfachlichen Beurteilungen und Planungen herangezogen.

Der LRP hatte einen langen Vorlauf, wie er in solchen Fällen verpflichtend ist. Behörden und betroffene Organisationen - so genannte Träger öffentlicher Belange - und Bürgerinnen und Bürger konnten Vorschläge machen und Bedenken äußern. Diese flossen in die abschließende Bearbeitung ein.

Teil 8: Warmer Regen für schnelles Internet

Breitbandnetz im Landkreis Leer wird für 82 Millionen Euro ausgebaut / Rand- und Gewerbegebiete profitieren

Der Landkreis Leer startet im neuen Jahr eine seiner größten Investitionen. 82 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Breitband-Netzes. Die Finanzierung steht, im Frühjahr 2025 sollen die Arbeiten fertig sein.  „Das Geld wirkt wie ein warmer Regen und bringt uns beim Breitbandausbau einen riesigen Sprung nach vorne“, sagt Landrat Matthias Groote in seinem Jahresrückblick.

Diese Investition legt das Fundament für die Digitalisierung der Wirtschaft und des allgemeinen Lebens und ist eine gemeinschaftliche staatliche Ausgabe. 37 Millionen Euro steuert die Bundesregierung bei. 15,5 Millionen kommen von der Landesregierung. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann überbrachte persönlich die Förderbescheide. Der Landkreis und seine Städte und Gemeinden übernehmen 9,5 Millionen. 20 Millionen Euro investiert die EWE Tel, die den Zuschlag für den Ausbau erhielt.

In den nächsten gut drei Jahren versorgt die EWE im Hauptprojekt rund 6.000 Haushalte mit schnellem Internet. Hinzu kommen rund 1.000 Anschlüsse vorwiegend in Gewerbegebieten an verschiedenen Orten. Insgesamt verteilt sich das Projekt auf gut 500 zum Teil sehr kleine Ausbaugebiete. Die Bautrupps verlegen alles in allem mehr als 470 Kilometer Glasfaserkabel. Neben den Gewerbegebieten kommen dank der staatlichen Förderung solche Randgebiete zum Zuge, die wegen geringer Datengeschwindigkeit als unterversorgt gelten.

Dort lohnt sich für private Unternehmen wie EWE, Telekom oder Vodafone kein eigenwirtschaftlicher Ausbau wie in stärker besiedelten Gebieten. Deshalb springt der Staat ein. Der Glasfaseranschluss ist für die Haushalte kostenlos. Im Namen der Bürgermeister im Landkreis sagte deren Sprecher Geert Müller, Rhauderfehn: „Wir bringen gemeinsam etwas voran.“

In einem ersten ähnlichen Breitband-Ausbau, der vor kurzer Zeit abgeschlossen wurde, legte die EWE rund 10.000 Glasfaser-Anschlüsse in unterversorgten Gebieten. Damalige Kosten: 40 Millionen Euro. Landrat Groote: „Unser Ziel ist schnelles Internet überall. Wir kommen ihm bald nahe.“

Mehr zum Thema Breitbandversorgung

Übergabe Förderbescheid Breitband Althusmann
© Landkreis Leer Pressestelle 

Übergabe Förderbescheid Breitband Althusmann
© Landkreis Leer Pressestelle 

Teil 9: Corona verschärft Lebenskrisen

Pandemie erschwert Beratung / Aber „Anleger“ und Familienstützpunkte arbeiten weiter

Probleme, die auf der Seele lasten. Die Corona-Pandemie verschärft sie. Gleichzeitig erschwert sie wegen der Abstands- und sonstigen Schutzregeln die Hilfe für betroffene Menschen. Das geht aus dem Jahresrückblick der „Treffpunkte Anleger“ und der Familienstützpunkte des Landkreises Leer hervor.

Probleme und Streit in Familien, wo auf engem Raum Alt und Jung rund um die Uhr bei Homeoffice und Homeschooling zusammenhocken, daraus resultierende Beziehungs- und Erziehungsschwierigkeiten; andererseits vereinsamen alleinstehende Menschen, weil Corona viele Gruppen und Kontakte lahmlegt - dass alles gehört zur täglichen Arbeit der „Treffpunkte Anleger“ und der Familienstützpunkte. Und einiges mehr: Angst vor Krankheit, Sucht, Geldsorgen bei Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust oder Vereinsamung.

Erschwerend für Betroffene und Beratungspersonal kommt hinzu, dass vieles telefonisch oder per Mail geregelt werden muss. „Trotz Maske ist Beratung von Gesicht zu Gesicht immer noch eine der wichtigsten Formen in der Sozialarbeit“, sagt Jutta Fröse, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung. In komplizierteren Fällen haben sich „Beratungsspaziergänge“ an der frischen Luft bewährt, um nicht aufs Telefon beschränkt zu bleiben.

Wegen Corona ausfallen mussten Vorträge von Fach-Referenten, die sonst von vielen Menschen besucht werden. Als Ersatz dienen „Corona-Briefe“ oder andere Formen der Kommunikation. 

Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachberatungs-Einrichtungen klappt trotz Corona. „Zuständigkeiten und Aufgaben wurden deutlicher, Ratsuchende konnten von Beratungsstellen gegenseitig vermittelt werden. Dies zeigt, dass Anleger und Familienstützpunkte gut in die Netzwerk-Landschaft des Landkreises eingebettet sind“, stellt Jutta Fröse fest.

Nach einer annähernd normalen Lage im vergangenen Sommer mit direkten Kontakten verdüstert sie sich zum Winter wieder. Trotzdem bleiben wie bisher die „Treffpunkte Anleger“ in Moormerland, Weener, Uplengen und Rhauderfehn erreichbar. Gleiches gilt für die Familienstützpunkte in den Städten und Gemeinden des Landkreises.

Die „Treffpunkte Anleger“ mit ihren Sozialpädagogen und -pädagoginnen richten sich an Familien, Alleinerziehende und Alleinstehende, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.

Die Familienstützpunkte an acht Orten im Kreisgebiet helfen Ratsuchenden, passende Unterstützungsangebote zu finden.

20 Jahre Treffpunkt Anleger
© Landkreis Leer Pressestelle 

Teil 10: Auf dem Weg zur Smart-Region Ostfriesland

Digital Hub Ostfriesland wird praxisnah arbeiten / Einrichtung bald fertig

Der Digital Hub Ostfriesland geht im Jahr 2022 an den Start. Die Finanzierung ist in trockenen Tüchern und die Pläne für die Ausstattung „laufen auf Hochtouren“, schreibt Andrea Sope, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Digitalisierung des Landkreises Leer, im Jahresrückblick. Untergebracht wird der Digital Hub im Erdgeschoss der Technischen Zentrale der EWE in der Gaswerkstraße in Leer.

Unter dem englischen Wort Hub für Knotenpunkt versteht man in der Politik ein modernes technisch orientiertes Netzwerk. Der Digital Hub Ostfriesland bringt mittelständische Unternehmen, Start-ups und Forscher zusammen, die sich gegenseitig mit ihren individuellen Stärken unterstützen.

Der Landkreis Leer organisiert den Digital Hub Ostfriesland in Zusammenarbeit mit den Landkreisen Aurich, Wittmund und der Stadt Emden, der Hochschule Emden/Leer und dem Unternehmen Natelberg Gebäudetechnik aus Rhauderfehn als Konsortialpartner sowie mehr als 60 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildungseinrichtungen. Neben technologischen Schwerpunkten im Bereich Industrie 4.0, Smart Region, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit steht bei dem Hub insbesondere die Aus- und Weiterbildung von jungen IT-Talenten und -Fachkräften im Mittelpunkt.

Der Hub wird 350 Quadratmeter groß. Herzstück des Hubs ist ein 100 Quadratmeter großer „Maker-Space“, ein offener Kreativraum, in dem Schüler, Studierende, Vereine und Unternehmen digitale Technik ausprobieren und erleben können - beispielsweise 3D-Druck, Drohnen, Robotik, Virtual und Augmented Reality, Programmierung, Smart-Home oder Mediengestaltung.

Das Land Niedersachsen unterstützt den Digital Hub mit 225.000 Euro. Bereits Anfang des Jahres brachte Wirtschaftsminister Althusmann den Scheck virtuell in Leer vorbei. Er verspricht sich vom Digital Hub „einen Knotenpunkt für die Digitalisierung mit überregionaler Strahlkraft“.

Der Digital Hub möchte sich auch als „virtueller Hub“ präsentieren. Besucher sollen eine virtuelle Tour durch den Hub unternehmen können und sich anschauen, was sie dort erwartet.

Landrat Matthias Groote hegt große Erwartungen: „Wir alle haben ein Ziel vor Augen: Den digitalen Wandel meistern. Auf diesem Weg ist der Hub ein großer Schritt auf dem Weg zur Smart-Region Ostfriesland.“

Teil 11: Altpapier-Tonnen bald am Start

Auf Borkum endet auch die Zeit der gelben Säcke

Gleich im neuen Jahr geht es los: Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer verteilt die neuen Altpapiertonnen, die ab April die blauen Papiersäcke ersetzen. Es sind 80.000 Behälter für je 240 Liter Inhalt, die für normale Haushalte gedacht sind. Hinzu kommen 1.100-Liter große Behälter, die alternativ für Wohnanlagen mit mehreren größeren Wohnungen gedacht sind.

Ende März fahren die Müllwagen ihre letzten Runden für Papiersäcke. Ab April wird nur noch Altpapier in den neuen Tonnen abgeholt. „Alle vier Wochen, natürlich wie bisher kostenlos“, sagt Klaus Anneken, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs.

Die Menschen auf Borkum müssen sich noch auf eine zweite Änderung einstellen. Sie haben bereits im Dezember eine zusätzliche Tonne für sogenannte Leichtstoffverpackungen erhalten, die ab Januar die gelben Säcke ablösen. Sie haben dieselbe Größe wie die Altpapiertonnen. Gerade auf der Insel zerfleddern Möwen und Krähen mit Vorliebe die leichten gelben Säcke. Damit ist dann Schluss.

Zur Erinnerung: Der Kreistag hat nach einem Modellprojekt die Umstellung von Altpapiersack auf Altpapiertonne vor gut einem Jahr beschlossen. 80 Prozent der insgesamt 2.500 Testhaushalten hatten sich für die Tonne ausgesprochen. Auch die Regelung auf Borkum mit der gelben Tonne geht auf einen Kreistags-Beschluss zurück.

 Blaue Tonne

Gebühr für Sperrmüll wirkt

Verursacherprinzip statt kostenloser Abfuhr / Verschenkbörse beliebt

Die Jahresgebühr für die allgemeine Müllabfuhr gesenkt, dafür das Verursacherprinzip beim Sperrgut eingeführt - und die kostenlose Sperrmüllabfuhr gestrichen. Das ist Teil einer Änderung der Entgelte in der Abfallentsorgung, die der Kreistag beschlossen hat und seit Anfang 2021 gilt.

Er sah sich dazu gezwungen, weil die Menschen im Landkreis Leer mit rund 55 Kilo pro Kopf im Vergleich zu Nachbarkreisen recht viel Sperrgut an die Straße stellten.

Bereits die Ankündigung der neuen Entgelte, die im Januar 2021 in Kraft traten, wirkte unmittelbar: Für den letzten „kostenlosen“ Monat bestellten 3.000 Bürger die Sperrgutabfuhr, 500 mehr als normal. Im Januar musste der Abfallwirtschaftsbetrieb die Bestellungen noch abarbeiten.

In seinem Jahresrückblick stellt Klaus Anneken, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, fest: „Ab Februar gingen die kostenpflichtigen Anträge stark zurück und haben sich auf monatlich 750 eingependelt“. Zahlreiche Bürger bringen ihr Sperrgut jetzt zu einem der Wertstoffhöfe in ihrer Umgebung. Mehr „wilde“ Lagerung von Sperrmüll hat der Abwahlwirtschaftsbetrieb nicht festgestellt.

Als „erfreulich“ wertet es Anneken, dass die Verschenkbörse mehr Anklang findet. Die Inserentenzahl stieg um mehr als 400 auf 1.680, mehr als verdoppelt hat sich mit 65.000 die Zahl der Besucher der Online-Seiten. Das sei ein guter Umweltbeitrag, weil Schränke, Stühle oder funktionstüchtige Geräte weiter genutzt werden.

So sollte der Sperrmüll bereitgestellt werden: Möbel und anderes getrennt von den Elektrogeräten.

Schwachgasfackel gegen Methan

Breinermoor: Deponiegas weiterhin klimafreundlich nutzen

Der Landkreis Leer lagert auf seiner Deponie Breinermoor schon seit Jahren keinen Hausmüll ab. Trotzdem gärt es unter der Kunststoffdichtung noch lange weiter. Dabei entsteht sogenanntes Deponiegas, das für die Strom- und Wärmegewinnung genutzt wurde. Auch wenn die Menge des Gases nach und nach abnimmt, entsteht klimaschädliches Methan.

In den vergangenen Jahren wurden das Deponiegas genutzt, um große Mengen Strom zu erzeugen. Durch eine veränderte Deponiegaszusammensetzung ist das technisch so nicht mehr möglich. Als Nachfolgetechnik soll eine Schwachgasfackel mit Wärmeauskopplung dem Methanausstoß nun kräftig zu Leibe rücken.

Diese relativ neue Technik kann das Deponiegas so bearbeiten, dass die Umwelt bestmöglich geschont wird. Die Bundesregierung fördert das Vorhaben mit ihrer nationalen Klimaschutzinitiative zum „Klimaschutz bei stillgelegten Hausmülldeponien“. Das Projekt trägt den sperrigen Titel „Optimierte Erfassung und Verwertung von Deponiegas der Deponie Breinermoor im Landkreis Leer“. Die Gesamtkosten betragen 835.000 Euro.

Eine Fachfirma aus Esslingen erhielt im Dezember 2021 den Ingenieurauftrag. In weiteren Vergabeverfahren werden Fachfirmen für den Bau der Verdichteranlage, der Schwachgasfackel und dem nötigen Rohrleitungsbau gesucht. Im zweiten Halbjahr 2022 soll die Schwachgasfackel in Betrieb gehen.

Im Jahresrückblick nennt Landrat Matthias Groote die Investition in die Schwachgasfackeltechnik einen „zwar kleinen, aber unbedingt nötigen Beitrag zum Klimaschutz“. Methan gilt als bedeutend klimaschädlicher als Kohlendioxid.

Anlieferung auf dem Wertstoffhof Breinermoor

Teil 12: Traumhafte Welten im Schloss

Evenburg in Leer ist ein kulturelles Glanzstück

Die Evenburg in Leer-Loga entwickelt sich mehr und mehr zu einem kulturellen Glanzstück Ostfrieslands - und der ihn umgebende englische Landschaftspark erfreut nicht nur versierte Kenner der Botanik, sondern genießt als Ort der Muße und Erholung hohe Anerkennung in der Bevölkerung des Landkreises Leer.

Im Jahresrückblick stellt Landrat Matthias Groote fest: „Der Landkreis hat mit Hilfe aus Hannover, Berlin und Brüssel viel in die Restaurierung des Schlosses und des Parks investiert. Aber es zeigt sich jeden Tag, dass jeder Euro es wert war.“

Corona setzte auch dem Team der Evenburg zu, aber es stellte mehrere hochrangige kulturelle Ereignisse auf die Beine. Aktuell bis zum 10. Januar 2022 läuft die Wanderausstellung „Land der Alleen – die schönsten und wertvollsten Alleen in Niedersachsen“ vom Niedersächsischen Heimatbund. Es geht um die Bedeutung von Alleen für den Naturschutz und der Erhalt niedersächsischer Kulturlandschaften. Zur Evenburg selbst führt eine besondere, weil seltene Allee mit zwei Doppelbaumreihen an jeder Seite.

Seit März war die Sonderausstellung „Hommage an das Moor“ virtuell zu sehen, erst am Pfingstsonntag konnte das Schloss coronabedingt die Türen zur Ausstellung auch für direkte Besucher öffnen. Der Naturfotograf Will Rolfes aus Vechta bebilderte den faszinierenden Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

In der Sonderausstellung „Gartenlust – Gartenlast“ vom Juni bis Oktober zeigte der Bund Bildender Künstler und Künstlerinnen Ostfriesland, dass sich Garten und Kunst eindrucksvoll kombinieren lassen. Nachdem die Werke 2020 wegen der Pandemie nur online zu sehen waren, wurde dies 2021 auch analog möglich gemacht.

Ursprünglich schon im September 2020 geplant, konnte „Lücht un Spööl bi d‘ Evenbörg – In `t Land van mien Kinnertied“ erst im vorigen Herbst Glanz entfalten. An vier Abenden im September verwandelte das Theater ANU den Park in eine Traumwelt aus Licht und Theater. Wegen der Corona-Regeln konnten sich jeweils nur 500 Gäste daran erfreuen.

Traumhafte Welten im Schloss: »Lücht un Spööl bi d' Evenbörg - In `t Land van mien Kinnertied«
© Landkreis Leer - Kulturamt 

Meilenstein jüdischer Geschichtsforschung

Das Projekt „Jüdisches Leben im grenznahen Raum“ erweist sich als Meilenstein in der Forschung des Judentums in Ostfriesland und der benachbarten niederländischen Provinz Groningen. Eine Wanderausstellung gleichen Namens diesseits und jenseits der Staatsgrenze sowie mehrere wissenschaftlich fundierte Veröffentlichungen rundeten das Projekt ab.  Das Buch zum Forschungsprojekt erschien jüngst in zweiter Auflage. Es kann über die Ostfriesische Landschaft bezogen werden.

Forschungsträger sind der Landkreis Leer und die Stichting Folkingestraat Synagoge Groningen, unterstützt von regionalen und nationalen Stellen in Deutschland sowie von der EU.

Eng verbunden mit der Forschung ist die Gedenk- und Begegnungsstätte „Ehemalige Jüdische Schule Leer“ des Landkreises in Leer. „Mit den Forschungsarbeiten hat das Haus seine große Bedeutung bewiesen. Sie erfüllt eindrucksvoll ihre Kernaufgabe, das Gedenken an die jüdische Bevölkerung hochzuhalten und jüdische Lokalgeschichte zu erforschen, zu vermitteln und zu präsentieren“, sagt Landrat Matthias Groote in seinem Jahresrückblick.

Zu nennen sind auch Veranstaltungen zum aktuellen jüdischen Leben in Deutschland und die Dauerausstellung zur früheren Schule mit Interviewsequenzen ehemaliger Schüler wie Ilse Polak, Albrecht Weinberg und Manfred Gans, ferner Führungen für Schulklassen und interessierte Gruppen.

Auf viel Resonanz stieß die Sonderausstellung „Rosa – eine unsichtbare Frau“. Der Verein Werkstattfilm Oldenburg steuerte dazu einen Film bei. Im Mittelpunkt steht das Leben der in Stapelmoor geborenen und in Oldenburg lebenden Rosa Lazarus, die nach Groningen vor den Nazis floh und dort von einem Theologen versteckt wurde.

Intensiv beteiligte sich die Ehemalige Jüdische Schule im September am jüdischen Laubhüttenfest.

Buch zum Forschungsprojekt »Jüdisches Leben im grenznahen Raum"

Kunsthaus musste viel improvisieren

Das Kunsthaus Leer am Turnerweg musste wegen der Pandemie-Regeln auch in diesem Jahr nicht selten improvisieren. So war eine feierliche Eröffnung der Ausstellung „Peter & Friends. Bilder aus pandemischen Zeiten“ im Mai nicht möglich.  Dafür brachte eine gut besuchte Finissage im Garten des Kunsthauses zahlreichen Besuchern die Werke von Peter Geithe, Hilke Deutscher, Herbert Müller und Ulrich Schnelle näher.

Im gewohnten Rahmen konnte dann etwas später die Ausstellung „Faszination Ostfriesland. Malerei, Zeichnung, Druckgraphik“ über die Bühne gehen - als Beitrag zum „Kleinen Kultursommer des Landkreises Leer“. Wie aus dem Jahresrückblick des Kunsthauses hervorgeht, gab es ein umfangreiches Begleitprogramm, gefördert von der Kulturstiftung der Sparkasse LeerWittmund. So leitete der Druckgraphiker Ahlrich van Ohlen einige Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die aus Weener stammende Bremer Multimedia-Künstlerin Marikke Heinz-Hoek präsentierte einen Kurzfilmabend.

Kunsthaus Leer - Finissage Peter and Friends
© J. Bambrowicz 

Kusnthaus Leer - Finissage Peter and Friends
© Kunsthaus Leer/ Foto: Jürgen Bambrowicz 


Teil 13: Gewalt macht keine Pause

Frauenhaus des Landkreises auch in der Pandemie jederzeit erreichbar

PCR-Test, Selbsttest, Corona-Schutzplan, Lockdown, Warnstufe 1 oder 2 - egal, das Frauenhaus muss für gequälte Frauen und Kinder immer offenstehen. Denn Gewalt macht keine Pause. Deshalb sind das Frauenhaus und die Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) des Landkreises Leer auch in der Pandemie immer erreichbar.

Darauf machten sie bei den Lockdowns auch mit unkonventioneller Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam und legten aufklärende Postkarten in Supermärkten und an anderen Orten aus.

„Das größte Risiko, Opfer von Gewalt zu werden, birgt für viele Frauen das eigene Zuhause. Nicht nur in Corona-Zeiten, sondern auch an jedem Tag zuvor“, schreibt Jutta Fröse in ihrem Jahresrückblick. Sie leitet die Stabsstelle Gleichstellung in der Kreisverwaltung. Zu ihrem Arbeitsbereich zählt auch das Frauenhaus. Es bietet Frauen und ihren Kindern Schutz und Hilfe.

Im abgelaufenen Jahr fanden insgesamt mehr als 20 Frauen und mehr als 30 Kinder zeitweise Sicherheit vor gewalttätigen Partnern und Vätern. Einige von ihnen über Wochen, weil die Wohnungssuche oft schwierig ist. Trotzdem ist die Aufenthaltsdauer 2021 im Durchschnitt gesunken im Vergleich zum Jahr zuvor, weil mehrere Frauen nur kurz einen Unterschlupf brauchten.

Corona machte es nötig, dass viele Beratungen nicht direkt, sondern telefonisch oder per E-Mail erfolgen mussten. Zum Teil war auch Homeoffice für die Mitarbeiterinnen angesagt. Unter dem Strich bilanziert die BISS 257 Beratungen. Diese Zahl gleicht der des Vorjahres.

Wegen der hohen Infektionsgefahr wurden die Plätze im Frauenhaus verringert. Zum Glück konnte eine zusätzliche Schutzwohnung nahe dem Frauenhaus gemietet werden. Mit einer großzügigen Spende des Möbelhauses Ikea wurde sie eingerichtet.

Während einer zweiwöchigen Quarantäne-Pause, die mit einem Aufnahmestopp verbunden war, infizierte sich keine Person zusätzlich. Nur eine Frau musste abgewiesen und an ein anderes Frauenhaus vermittelt werden.

Das Frauenhaus gilt als so genannte systemrelevante Einrichtung, so dass Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen bereits im März das erste Mal geimpft werden konnten.

Gegen Ende des abgelaufenen Jahres zog das Frauenhaus um in ein Ausweichquartier. Das alte Gebäude wird umgebaut und vergrößert. Die Kosten belaufen sich über eine Million Euro. Das Bundesfamilienministerium fördert das Vorhaben. Das neue Haus soll gegen Ende 2022 fertig sein.

14. und letzter Teil: Verzug: Preise hoch - Bauleute knapp

Landkreis saniert und digitalisiert Schulen

Steigende Preise und Personalmangel im Baugewerbe machen auch dem Gebäudemanagement des Landkreises Leer zu schaffen. Von „deutlichem zeitlichen Verzug bei mehreren Projekten“, schreibt Jens Lüning, Leiter dieses Amtes, im Jahresrückblick. Schwerpunkte der Arbeit des Gebäudemanagements waren die Sanierung und Digitalisierung von kreiseigenen Schulen. Das sind alle staatlichen weiterführenden und Förderschulen im Landkreis.

Zum Programm dieses Landkreis-Amtes gehören darüber hinaus Renovierungen, Reparaturen und der Unterhalt der Gebäude. Auch Sicherheitstechnik spielt eine Rolle - wie umfangreiche Brandschutztechnik für die Seniorenwohnanlage Heisfelde. Brandschutztechnik auf neuen Stand brachte der Landkreis auch die Integrierte Gesamtschule Moormerland, die Gutenberg-Schule in Leer und die ehemalige Pestalozzischule Weener, eine Förderschule, heute Außenstelle der Greta-Schoon-Schule Leer.

Planerisch vorangetrieben wurde der Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale, der ein Tierseuchenbekämpfungszentrum und das Veterinäramt angegliedert werden. Das Gebäude soll voraussichtlich an der Westergaste in Brinkum entstehen.

Die Erweiterung des Frauenhauses in Leer konnte gestartet werden und für eine neue Turnhalle in Weener sind die Planungen aufgenommen worden. Bei der Kreisverwaltung an der Bergmannstraße in Leer wurde der Ausbau der Elektromobilität vorangetrieben und neue E-Auto-Ladesäulen installiert.

Das Gebäudemanagement konzentriert sich zudem auf energetische Maßnahmen an vielen Gebäuden, um den Energieverbrauch einzudämmen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Dafür wurde neue Software angeschafft und mehr Personal abgestellt. Mit Firmen aus der Region schloss der Landkreis neue so genannte Rahmenverträge für mehr als 20 Gewerke von Bauleistungen ab.

Kontakt

Kreisverwaltung
Bergmannstraße 37
26789 Leer (Ostfriesland)
Karte anzeigen

Telefon: 0491 926-0 (Zentrale)
Fax: 0491 926-1388 (Zentrale)
E-Mail senden