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Abfall, Natur, Tiere und Umwelt
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„Blackout“ – Auswirkungen in der Nutztierhaltung

Wat mauken, wenn nix mehr geiht?

Brief des Veterinäramtes an Landwirt:innen aus dem Landkreis Leer zur Thematik eines Blackouts

Sehr geehrte Landwirtin, sehr geehrter Landwirt,

die Thematik des Blackouts und vor allem die gute Vorbereitung darauf sind und werden in der Landwirtschaft in ihren nutztierhaltenden Betrieben immer dringlicher.

Neben den Szenarien 2005 in NRW nach Schneelastbruch von Strommasten und 2021 als ein Blackout in Europa gerade noch verhindert werden konnte, nachdem sehr hohe Stromexporte aus dem Südosten Europas zu einem Ausfall einer Stromkuppelstelle und in der Folge mehrere Leitungen führte, liefert auch die derzeitige Lage der Energieknappheit Grund genug, sich frühzeitig Gedanken bzgl. notwendiger Maßnahmen zu machen. Der Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) wies am 20.11.2022 darauf hin, dass es regional und zeitlich begrenzte Unterbrechungen der Stromversorgung im Winter 2022/23 geben könnte. Dies sei nicht nur wegen der Energieknappheit, sondern auch weil Energieversorger örtlich und zeitlich begrenzt Umspannwerke abschalten müssen, um die Netze stabil halten zu können, welche durch örtlich begrenzt vermehrte Nutzung, von z. B. Heizlüftern, überlastet wurden, möglich.

Ein Stromausfall kann in Nutztierhaltungen massive Auswirkungen haben, v. a. bei vollautomatischen Stalltechniken (Futter, Wasser, Lüftung).
Sowohl das Tierschutzgesetz (TierSchG) als auch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) behalten auch während eines Blackouts ihre Gültigkeit. Im Tierschutzgesetz werden die allgemeinen Grundsätze des Tierschutzes geregelt, die auch im Krisenfall aufrechterhalten werden müssen (§§ 1,2 TierSchG). Die TierSchNutztV gibt konkrete Vorgaben, welche Funktionen während einer Betriebsstörung erhalten bleiben müssen (Licht, Frischluft, Futter, Wasser) und welche Art von Ersatzvorrichtungen vorzuhalten sind (§§ 3,4 TierschNutztV).

Es stellt sich aber die Frage, inwieweit diese Vorkehrungen bei einem länger anhaltenden Stromausfall genügen, um Ihre Tiere und Ihre Betriebe vor den Konsequenzen zu schützen.

Sie können nicht davon ausgehen, dass die Feuerwehren oder die Katastrophenschutzbehörde dann mit Notstromaggregaten oder Kraftstoff aushelfen, da die wenigen Geräte und Notreserven dann dort im Einsatz sein werden, wo die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden muss, wie z. B. von Krankenhäusern. Leistungen von Netzbetreibern und Elektrizitätsversorgern etc. können nicht vom Katastrophenschutz ersetzt werden.

Sie müssen sich also selber in einer solchen Situation helfen können und die schlimmsten Auswirkungen auf ihre Tiere und ihren Betrieb durch ein erarbeitetes Konzept mit vorbeugenden Maßnahmen verhindern!

Aus diesem Grunde möchten wir Ihnen etwas Lektüre hiermit an die Hand geben. Keine Angst, Sie können die Handlungsempfehlung auch grob querlesen. Prof. Kemper und ihr Team von der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben eine umfassende „Handlungsempfehlung(en) zur Vorbereitung nutztierhaltender Betriebe auf einen Blackout“ erarbeitet.

Diese möchten wir Ihnen zur Erstellung oder Verbesserung Ihres eigenen Notfallplanes an die Hand geben. Diese Broschüre steht Ihnen unter folgender Internetadresse zur Verfügung:

PDF-Download der Broschüre “Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung nutztierhaltender Betriebe auf einen Blackout“

Sprechen sie auch gerne uns, ihren Haustierarzt, ihren Landwirtschaftlichen Hauptverein oder die Landwirtschaftskammer bezüglich einer guten Vorbereitung an.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Veterinäramt

Ein Stromausfall kann in Nutztierhaltungen massive Auswirkungen haben, vor allem bei vollautomatischen Stalltechniken (Futter, Wasser, Lüftung).

Im Falle eines "Blackouts" werden die Notstromaggregate oder Kraftstoffreserven der Feuerwehren und der Katastrophenschutzbehörde im Einsatz sein, um die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten - z. B. in Krankenhäusern. Landwirtschaftliche Betriebe können von diesen Reserven unter Umständen nicht versorgt werden. Zur Erstellung oder Verbesserung eines eigenen Notfallplanes für Landwirt:innen empfiehlt der Landkreis Leer die Handlungsempfehlungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover:

Broschüre Handlungsempfehlungen Blackout Landwirtschaft

PDF-Download der Broschüre “Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung nutztierhaltender Betriebe auf einen Blackout“

Kontakt

Hinweis: Erreichbarkeit nach Dienstschluss über Leitstelle Wittmund 04462 2043-5585
Friesenstraße 30
26789 Leer (Ostfriesland)
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Fax: 0491 926-1374
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